Türchen 13 des Henni Blog-Adventkalenders

Auch in diesem Jahr gibt es einen Henni Blog-Adventkalender und ich freue mich, am 13.12. und 18.12.2021 mitzuschreiben.

Was bisher geschah, findet ihr in dieser PDF:

Türchen 12 (Von Anneliese):
… und werde geblendet von den bunt blinkenden Lichtern des Skyscooters, die Farben greller als die des Rentierschlittens vom Nachbarn. Das schrille Klanggemisch der umliegenden Fahrgeschäfte dröhnt auf meine Ohren ein.

Vor der Lichtkulisse erkenne ich die Umrisse einer Frau, ihr neongrüner Schal leuchtet mir entgegen. Der war doch immer Maggies Markenzeichen gewesen! Leide ich unter Halluzinationen? Sie kommt auf mich zu, sie ist es wirklich!

Ihr einfaches „Hallo“ kann ich nicht deuten. Vor mir Maggie, hinter mir Thommie, wie früher stehe ich zwischen den beiden, hört das denn nie auf? Hat allein meine Gedankenkraft diese Situation heraufbeschworen? Ich hatte in der letzten Zeit zu viel über die Vergangenheit, all die verbrannten Jahre, gegrübelt. Der vorüberziehende Duft von Schmalzgebäck verursacht mir plötzlich Übelkeit, mir schwindelt, meine Knie knicken ein. Ich lande weich, in Thommies Arm, gut fühlt es sich an.

Eine Hitzewelle durchrollt meinen Körper. Da trifft es mich wie ein Blitz, Maggie und Thommie am selben Ort, das kann kein Zufall sein. Sind die beiden etwa ein Paar? Mit einer schroffen Drehung löse ich mich aus Thommies Arm.

***

Türchen 13 (von Birgit):

… Ich rappel mich auf und trete einen Schritt zurück, um beide im Auge behalten zu können. » Was soll ich tun? Ich komme hier nicht weg,« schießt es mir durch den Kopf. Also gehe ich auf Angriff über:

„Was macht ihr hier? Du bist ja wohl nicht schon wieder hier am Jobben oder, Thommie? Und was machst du hier, Maggie?“

Thommie tritt zu Maggie und legt den Arm um sie. „Wir dachten, nach all den Jahren sollten wir uns endlich versöhnen. Wir sind dir nicht mehr böse, dass du uns damals in flagranti erwischt hast. Wir sind immer noch ein Paar und lebten in der Nähe von Hamburg. Unsere Tochter heißt übrigens…“

Maggie unterbricht ihn. „Oder kannst du dir denken, welchen Namen wir ihr gegeben haben?“

Ich schlucke und frage kaum hörbar: „Meinen?“

***

Morgen öffnet Hedda Lenz http://www.hedda-lenz.de das 14. Türchen.

Das Grab meiner Mutter

Mir gefällt, wie Rosa ihre Erlebnisse und Erinnerungen schildert. Es bewegt mich.

Mein Universum

Es ist für mich inzwischen so selbstverständlich – mein Leben im Wohlstand, in der Demokratie. Und doch denke ich oft an vergangene Zeiten, daran, was für ein Glück (im Unglück) ich hatte, in Russland als Deutsche geboren zu sein. Sonst wäre meine Familie dem totalitären Regime wohl niemals entkommen.
Eigenartig, dass das Land mir erst im Nachhinein wie ein Albtraum vorkommt. Als ich noch dort lebte und keine Alternativen kannte, schien mir mein Leben normal zu sein.
Ich hatte zu arbeiten und meine Kinder zu versorgen, mich um meinen Mann zu kümmern und meine Freundschaften zu pflegen. Natürlich hatte ich reichlich Kummer, aber auch viele Glücksmomente.
Was der Sozialismus wirklich bedeutet, zeigte sich den Menschen erst in den letzten Jahren der Sowjetunion. Denn als das morsche System in sich zusammenbrach, erblickten wir die zahllosen Leichen im Keller. Die ganze Welt erschauderte angesichts der unmenschlichen Verbrechen an der eigenen Bevölkerung.

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Hennis 2. Online Lesung

https://www.gruenraumschreiben.de/2021/02/28/henni-allein-zuhaus-neue-lesungstermine-stehe-fest/

Andrea Hennecke und ich möchten am Freitag, 09.04. Texte, Geschichten und Gedichte aus Sabine Hinterbergers Schreibcafe Online vorlesen.

Sabine und Henni laden dazu freitagsabends alle zwei Monate ein. Melde dich gerne bei ihr an, wenn du magst. Wir freuen uns auf dich, auf euch.